Samstag, 23.03.2019, 19 Uhr
Ernst-Reuter-Saal

Konzert Classics

Vogelsang meets Hoyer

Gipfeltreffen der Tanzmoderne • Kammerballett

Der Ausdruckstanz entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und versteht sich als Gegenbewegung zum klassischen Ballett, hat aber mit lockerem Gehüpfe nichts zu tun. Scharf umrissene Formen und ein prägnanter Stil kennzeichnen die expressiven Tänze: Ausdruckstanz ist eine Abrechnung mit sinnloser Gefälligkeit. So schildert es Gisela Sonnenburg in ihrer Rezension vom 15. Mai 2018 in der Tageszeitung »Junge Welt«. Mit Vogelsang meets Hoyer hat Nils Freyer zwei bedeutsame Solotanz-zyklen neu interpretiert, welche in dieser Form vorher noch nie gemeinsam gesehen werden konnten. Beide Rekonstruktionen wurden vom TANZFONDS ERBE – einer Initiative der Bundeskulturstiftung gefördert.

»Bach-Präludien« heißen die fünf Stücke von Marianne Vogelsang (1912-1973), die sie gen Ende ihres Lebens schuf. Metaphorische Gesten und klare Bewegungen kennzeichnen diese Tänze, welche ab dem Fünften in rückwärtiger Form getanzt werden. “Eine Verneigung vor dem Dasein an sich ist ebenso dabei wie das Abschiednehmen auf ritualhafte Weise. Mal schiebt sich der Tänzer mit antikischer Anmutung über die Bühne, mal hebt er die Arme mit den Handflächen nach oben, tanzt mit Hingabe zu den Melodieläufen des »Wohltemperierten Klaviers« von Johann Sebastian Bach.”

Das zweite Stück des Abends von Dore Hoyer (1911-1967) ist expressiver. »Afectos humanos« (spanisch für: Menschliche Neigungen) bestehen ebenfalls aus fünf einzelnen Tänzen, die in der Reihenfolge Eitelkeit, Begierde, Hass, Angst, Liebe getanzt werden. Dore Hoyer choreografierte sie zu Beginn der 60er Jahre. Musikalisch begleitet wird Nils Freyer von der Pianistin Ulrike Buschendorf und von Marco Phillip am Perkussionsinstrument.

Um 18:30 Uhr wird es durch Prof. Dr. Ralf Stabel, Direktor der Staatlichen Ballettschule Berlin und wissenschaftlicher Begleiter des Projekts, eine Einführung im Foyer des Ernst-Reuter-Saals geben.

KONZERT Classics
Samstag, 23.03.2019, 19.00
Ernst-Reuter-Saal

VOGELSANG MEETS HOYER

Gipfeltreffen der Tanzmoderne – Kammerballett

Der Ausdruckstanz entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und versteht sich als Gegenbewegung zum klassischen Ballett, hat aber mit lockerem Gehüpfe nichts zu tun. Scharf umrissene Formen und ein prägnanter Stil kennzeichnen die expressiven Tänze: Ausdruckstanz ist eine Abrechnung mit sinnloser Gefälligkeit. So schildert es Gisela Sonnenburg in ihrer Rezension vom 15. Mai 2018 in der Tageszeitung »Junge Welt«.
Mit Vogelsang meets Hoyer hat Nils Freyer zwei bedeutsame Solotanzzyklen neu interpretiert, welche in dieser Form vorher noch nie gemeinsam gesehen werden konnten. Beide Rekonstruktionen wurden vom TANZFONDS ERBE – einer Initiative der Bundeskulturstiftung gefördert.

»Bach-Präludien« heißen die fünf Stücke von Marianne Vogelsang (1912-1973), die sie gen Ende ihres Lebens schuf. Metaphorische Gesten und klare Bewegungen kennzeichnen diese Tänze, welche ab dem Fünften in rückwärtiger Form getanzt werden. “Eine Verneigung vor dem Dasein an sich ist ebenso dabei wie das Abschiednehmen auf ritualhafte Weise. Mal schiebt sich der Tänzer mit antikischer Anmutung über die Bühne, mal hebt er die Arme mit den Handflächen nach oben, tanzt mit Hingabe zu den Melodieläufen des »Wohltemperierten Klaviers« von Johann Sebastian Bach.”

Das zweite Stück des Abends von Dore Hoyer (1911-1967) ist expressiver. »Afectos humanos« (spanisch für: Menschliche Neigungen) bestehen ebenfalls aus fünf einzelnen Tänzen, die in der Reihenfolge Eitelkeit, Begierde, Hass, Angst, Liebe getanzt werden. Dore Hoyer choreografierte sie zu Beginn der 60er Jahre. Musikalisch begleitet wird Nils Freyer von der Pianistin Ulrike Buschendorf und von Marco Phillip am Perkussionsinstrument.

Um 18:30 Uhr wird es durch Prof. Dr. Ralf Stabel, Direktor der Staatlichen Ballettschule Berlin und wissenschaftlicher Begleiter des Projekts, eine Einführung im Foyer des Ernst-Reuter-Saals geben.